Stellenmarkt Analyse Schweiz: Was hat sich von 2024 zu 2025 geändert?
Der Arbeitsmarkt Schweiz zeigt aktuell bemerkenswerte Veränderungen. Im Januar 2025 stieg die Arbeitslosenquote auf 3,0% – ein Anstieg von 0,2 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat und 20% mehr als im Januar 2024. Dies markiert eine deutliche Wende, besonders wenn wir auf die Situation von 2020 bis 2021 zurückblicken, als die Stellenangebote von etwa 98.000 auf 132.000 zunahmen.
Während der Arbeitsmarkt Schweiz aktuell unter Druck steht, sehen wir gleichzeitig einen Rückgang der gemeldeten Stellenangebote um 10% im Jahr 2024 – die erste negative Jahresbilanz seit der COVID-19-Pandemie. Tatsächlich verzeichnete die Region Zürich mit 15% den stärksten Rückgang, gefolgt vom Espace Mittelland mit 14%. Besonders betroffen sind die MINT-Bereiche mit einem Minus von 19%. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für 2024 lag bei 2,4%, was einen Anstieg von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2023 bedeutet. In dieser Analyse untersuchen wir die Entwicklung des Arbeitsmarkts Schweiz 2024 bis 2025 und was diese Veränderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmende bedeuten.
Arbeitslosenquote 2024 vs. 2025: Wie hat sich der Markt verändert?
Die Schweizer Arbeitslosenzahlen haben seit Anfang 2024 eine bemerkenswerte Entwicklung erlebt. Nach Jahren mit historisch niedrigen Werten zeichnet sich nun ein deutlicher Trend nach oben ab. Diese Veränderung verdient eine genaue Analyse, besonders wenn wir die Daten von 2024 mit denen von 2025 vergleichen.
Durchschnittliche Arbeitslosenquote: 2,4% vs. 3,0%
Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das gesamte Jahr 2024 betrug 2,4%, was bereits einen Anstieg von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2023 (2,0%) darstellte. Im Januar 2025 erreichte die Quote jedoch 3,0% – ein Wert, den wir seit mehr als drei Jahren nicht mehr gesehen haben. Dies entspricht einem beachtlichen Anstieg von 20% im Vergleich zum Vorjahresmonat. In absoluten Zahlen bedeutet dies 135.773 registrierte Arbeitslose im Januar 2025, was einem Zuwachs von 5.480 Personen (+4,2%) gegenüber Dezember 2024 entspricht.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei bestimmten Bevölkerungsgruppen. Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) stieg im Januar 2025 auf 2,8%, was einer Zunahme von 19,4% gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Bei den älteren Arbeitnehmern (50- bis 64-Jährige) erhöhte sich die Quote auf 2,6% und liegt damit 17% höher als im Januar 2024.
Darüber hinaus zeigen sich deutliche regionale Unterschiede: Während die Deutschschweiz eine Arbeitslosenquote von 2,5% aufweist, liegt diese in der Westschweiz und im Tessin bei 4,2%. Auch zwischen Schweizern (1,9%) und Ausländern (5,7%) besteht ein erheblicher Unterschied.
Monatliche Schwankungen im Jahresverlauf
Die monatliche Entwicklung der Arbeitslosenquote zeigt ein interessantes Muster. Nach dem Höchststand von 3,0% im Januar 2025 sank die Quote leicht auf 2,9% im Februar und März 2025, um dann im April 2025 weiter auf 2,8% zurückzugehen. Diese leichte Verbesserung folgt dem typischen saisonalen Muster, bei dem die Arbeitslosigkeit im Sommer tendenziell niedriger ist als im Winter.
Betrachtet man das Jahr 2024, erkennt man einen stetigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Juni 2024 lag die Quote noch bei 2,3%, stieg dann im August auf 2,4% und erreichte im September und Oktober 2,5%. Im November erfolgte ein weiterer Anstieg auf 2,6%. Dieser kontinuierliche Aufwärtstrend, der bereits Mitte 2023 einsetzte, deutet auf eine strukturelle Veränderung im Schweizer Arbeitsmarkt hin.
Bemerkenswert ist auch, dass die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Januar 2025 bei 2,7% lag, was darauf hindeutet, dass der Anstieg nicht nur auf saisonale Faktoren zurückzuführen ist. Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Januar 2025 gegenüber dem Vormonat um 331 Personen (+0,3%) auf 122.391.
Vergleich mit historischen Tiefstwerten
Im Vergleich zu früheren Perioden befindet sich der Schweizer Arbeitsmarkt in einer Phase der Normalisierung nach historischen Tiefständen. Das Jahr 2023 verzeichnete mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,0% den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2001. Zum Vergleich: Im Jahr 2007, vor der Finanzkrise, lag die Quote bei 2,8% und sank 2002 auf 2,5%.
Die aktuelle Entwicklung muss im Kontext der aussergewöhnlichen Situation nach der Corona-Pandemie betrachtet werden. Während der Pandemie stieg die Arbeitslosenquote sprunghaft auf 3,1% im Jahr 2020 und blieb auch 2021 mit 3,0% auf hohem Niveau. Die niedrigen Quoten der Jahre 2022 und 2023 können daher als Erholungsphase interpretiert werden, während wir jetzt zu einer realistischeren Arbeitsmarktlage zurückkehren.
Trotz des Anstiegs bleibt die Schweiz im internationalen Vergleich in einer guten Position. Historisch gesehen schneidet die Schweiz bei der Arbeitslosigkeit seit Jahrzehnten sehr gut ab, mit einer Gleichgewichtsarbeitslosigkeit (Sockelarbeitslosigkeit) von etwa 3%.
Stellenangebot im Wandel: Rückgang oder Erholung?
Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote stellt sich die Frage, wie sich das Stellenangebot in der Schweiz entwickelt hat. Der Schweizer Stellenmarkt zeigt nach einem deutlichen Abschwung erste Anzeichen einer leichten Erholung.
Offene Stellen: 2024 vs. 2025 laut SECO und Adecco
Die Zahl der offenen Stellen sank 2024 um 10% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich zeigte sich der Rückgang im 4. Quartal 2024, als 13% weniger Inserate geschaltet wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings gibt es Anzeichen für eine leichte Trendwende: Der Adecco Group Swiss Job Market Index verzeichnete im ersten Quartal 2025 ein Plus von 2% gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich bedeutet dies jedoch immer noch ein Minus von 9%. Im April 2025 waren in der Schweiz rund 40.900 offene Stellen gemeldet, was einer Erhöhung von 1,6% gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Diese Entwicklung erfolgt zu einer Zeit, in der Fachleute für 2025 ein moderates Wirtschafts- und Beschäftigungswachstum vor dem Hintergrund konjunktureller Unsicherheiten und handelspolitischer Spannungen erwarten.
Inserateentwicklung in Online- und Printmedien
Bemerkenswert ist die Verschiebung bei den Inseratekanälen. Online-Stellenbörsen und Firmenwebsites (je 91%) dominieren bei den Arbeitgebern. Dennoch bleibt das Printinserat mit 71% das zweitbeliebteste Medium bei Stellensuchenden in der Deutschschweiz, direkt nach allgemeinen Online-Stellenbörsen (74%).
Die Vorzüge der Printmedien bestehen weiterhin im hohen Beachtungsgrad auch bei nicht aktiv Stellensuchenden. Online-Inserate bieten hingegen Vorteile durch:
- Einfachere Suche und Filterung nach Kriterien
- Geringere Kosten (einige hundert Franken für einen Monat)
- Kostenfreiheit für Inserate auf der eigenen Website
Zunehmend wichtig wird auch die Stellensuche über Google (42%) und via Smartphone (25% der Nutzer). Dies stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Gestaltung ihrer Stelleninserate.
Rückgang in MINT- und Gesundheitsberufen
Die Berufsgruppen MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) und Gesundheit verzeichneten 2024 das zweite Jahr in Folge einen Stellenrückgang. Mit -19% im Vergleich zum Vorjahr fiel dieser deutlicher aus als 2023 (-3%).
Haupttreiber waren die sinkende Nachfrage nach Softwareentwicklern und -analytikern. Zusätzlich trugen 2024 auch Spezialisten für ICT, Datenbanken und Netzwerke, Gesundheitsberufe wie Ärzte und Pflegefachkräfte sowie Bau- und Umweltingenieure zum Rückgang bei.
Bei den Gesundheitsberufen erfolgte der Rückgang allerdings von einem historisch hohen Niveau in 2023 und war weniger stark als bei ICT-Berufen. Trotz dieser Entwicklung liegen die Stellenangebote insgesamt noch über dem Niveau vor der Corona-Pandemie.
Regionale Unterschiede auf dem Schweizer Arbeitsmarkt
Die regionale Betrachtung des Schweizer Arbeitsmarkts offenbart deutliche Unterschiede in der aktuellen Entwicklung. Während alle Grossregionen 2024 einen Rückgang der Stellenangebote verzeichneten, variiert die Intensität dieser Entwicklung erheblich.
Zürich: -15% Stellenangebote
Die Grossregion Zürich wurde 2024 am stärksten vom Stellenrückgang getroffen. Mit einem Minus von 15% bei den Stelleninseraten führt sie die negative Entwicklung im Schweizer Arbeitsmarkt an. Besonders drastisch fiel der Rückgang bei den Hochschulberufen im MINT-Bereich und im Gesundheitswesen aus, wo die Stellenangebote um 26% zurückgingen. Auch der Kanton Zürich verzeichnete einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 2,5% im Dezember 2024, wobei die durchschnittliche Quote für das gesamte Jahr bei 2,2% lag – 0,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.
Trotz dieser negativen Entwicklung bewertet ein Grossteil der Zürcher Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin als gut, was auf eine gewisse Widerstandsfähigkeit der regionalen Wirtschaft hindeutet.
Espace Mittelland: -14%
Dicht hinter Zürich folgt der Espace Mittelland mit einem Rückgang der Stelleninserate um 14%. In dieser Region waren besonders die MINT-Hochschulberufe und das Gesundheitspersonal mit einem Minus von 20% betroffen. Auffällig ist zudem, dass Führungskräfte im Espace Mittelland mit -17% einen deutlich stärkeren Rückgang erlebten als im nationalen Durchschnitt (-3%).
Allerdings gibt es auch hier einen Lichtblick: Die Region Espace Mittelland verzeichnete zwischen 2015/16 und 2024/25 einen beachtlichen Anstieg der Berufseinsteigerstellen um 11,3 Prozentpunkte und weist 2024/25 einen Anteil von 33,2% auf.
Ländliche vs. städtische Regionen im Vergleich
Die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Gebieten sind markant. Während städtische Räume traditionell höhere Arbeitslosenzahlen aufweisen – mit einem Medianwert von 9,6 Arbeitslosen pro 1.000 Einwohner – zeigen ländliche Gebiete mit 5,8 Arbeitslosen pro 1.000 Einwohner deutlich niedrigere Werte.
Bemerkenswert ist jedoch, dass die übrigen Regionen der Schweiz weniger stark vom Stellenrückgang betroffen waren als die Wirtschaftszentren:
- Die Zentral- und Nordwestschweiz verzeichneten jeweils einen Rückgang von 9%
- Die Ostschweiz kam mit einem Minus von nur 3% vergleichsweise glimpflich davon
- Am wenigsten betroffen war die Südwestschweiz mit -2%
Diese Entwicklung könnte teilweise mit dem Trend zum flexiblen Arbeiten zusammenhängen, der es Arbeitnehmern ermöglicht, ihren Wohnort unabhängiger vom Arbeitsort zu wählen – eine Chance für ländliche Räume.
Branchen mit Engpässen und Chancen
Trotz der konjunkturellen Abkühlung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bleiben bestimmte Branchen von Fachkräftemangel geprägt, während andere sich im Wandel befinden. Diese unterschiedlichen Entwicklungen bieten sowohl Herausforderungen als auch neue Chancen.

Fachkräftemangel in Technik, Bau und Gesundheit
Die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen Technik, Bau und Gesundheit bleibt weiterhin hoch, obwohl die Anzahl der offenen Stellen in diesen Bereichen zurückgeht. Besonders stark betroffen sind IT-Fachkräfte wie Entwickler:innen und Analytiker:innen von Software und IT-Anwendungen sowie Spezialist:innen für ICT, Datenbanken und Netzwerke. Die Spezialist:innen in Gesundheitsberufen belegen nach wie vor den ersten Platz im Fachkräftemangel-Ranking, wobei sich die Situation in dieser Berufsgruppe zum ersten Mal seit vier Jahren leicht entspannt hat.
Neu auf dem zweiten Platz befinden sich die Bauführer:innen, Polier:innen und Produktionsleiter:innen. Das Schweizer Baugewerbe sieht sich einem zunehmenden Dilemma gegenüber: Während die Nachfrage nach Bauprojekten in der wachsenden Schweizer Wirtschaft steigt, fehlt es an qualifizierten Arbeitskräften. Diese Entwicklung gefährdet die zeitgerechte Fertigstellung von Projekten und hat potenzielle Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.Mehr dazu finden Sie im folgendem Artikel: https://baumeister.swiss/fachkraeftemangel-im-bau-mit-strategie-und-digitaler-technologie-abfedern/
Entwicklung im Gastgewerbe nach Corona
Das Hotel- und Gastgewerbe zählt zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Branchen. Die Kapazität in der Hotellerie wurde in den Jahren 2020 und 2021 um ca. 10% durch temporäre oder definitive Schliessungen reduziert. Besonders negativ betroffen waren die Gastronomie in der ganzen Schweiz, die Stadthotellerie sowie Hotellerie und Bergbahnen in Destinationen mit ausgeprägtem internationalem Tourismus.
Inzwischen zeigen sich jedoch positive Entwicklungen: Der Anteil der Schweizer Gäste stieg erheblich an, wodurch sich die Gästestruktur deutlich veränderte. Interessanterweise nahmen vor allem die Übernachtungen in Jugendherbergen (+4,0%) und auf Campingplätzen (+5,0%) zu, während die Übernachtungen in Ferienwohnungen sanken (-3,6%).
Verkauf und Projektmanagement: Nachfrage stabil
Während viele Branchen unter Druck stehen, erweisen sich Positionen im Verkauf und Projektmanagement als vergleichsweise stabil. Allerdings zeichnen sich hier neue Trends bei den Arbeitnehmerpräferenzen ab: Etwa 65% der Schweizer Fachkräfte streben einen Jobwechsel im Jahr 2025 an, und 61% der Arbeitnehmer sind sogar bereit, ihr Gehalt gegen bessere Leistungen einzutauschen.
Die Arbeitswelt befindet sich im Wandel, wobei die grosse Rückkehr ins Büro für Schweizer Fachkräfte unwahrscheinlich bleibt. Gleichzeitig wollen Schweizer Arbeitnehmer bis 2025 mehr Lohn, was Arbeitgeber im Bereich Verkauf und Projektmanagement vor neue Herausforderungen stellt, um qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.
Schweizer Arbeitsmarkt 2025: Fachkräftemangel bleibt akutes Problem
Viele mögen hoffen, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt entspannt hat – doch ein genauer Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt: Der Fachkräftemangel in der Schweiz ist nach wie vor eine der grössten Herausforderungen für Unternehmen. Roberto Laezza, Geschäftsführer von planova human capital, beobachtet die Entwicklung seit Jahren und stellt fest: „Der Bedarf an qualifiziertem Personal ist ungebrochen hoch – trotz steigender Arbeitslosenzahlen.“
Stellenangebot bleibt stabil – aber der Druck steigt
Ein Vergleich der offenen Stellen zwischen Januar 2024 und Januar 2025 verdeutlicht, wie angespannt die Situation bleibt. Im Januar 2024 waren rund 42.106 offene Stellen bei den regionalen Arbeitsvermittlungen (RAV) gemeldet. Ein Jahr später, im Januar 2025, lag diese Zahl bei 42.052 – praktisch unverändert.
Diese Stabilität darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Unternehmen grosse Mühe haben, qualifizierte Bewerber zu finden – insbesondere in Schlüsselbranchen wie Technik, Bauwesen, Gesundheit oder Vertrieb. Trotz der Menge an Stellensuchenden fehlt es häufig an passenden Profilen für spezifische Anforderungen.
Mehr Stellensuchende, doch kaum Erleichterung für Arbeitgeber
Die Zahl der registrierten Stellensuchenden ist im Jahresvergleich deutlich angestiegen: von 182.253 im Januar 2024 auf 212.803 im Januar 2025 – ein Zuwachs von fast 17 Prozent. Auch die Anzahl der offiziell registrierten Arbeitslosen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um rund 20 Prozent, von 113.175 auf 135.773 Personen.
Dennoch bleibt der qualifizierte Bewerbermarkt angespannt. Laezza erklärt: „Ein grosser Teil der Stellensuchenden bringt nicht die erforderlichen Qualifikationen mit – vor allem in Berufen mit hohen fachlichen oder technologischen Anforderungen. Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage geht weiter auseinander.“
Personaldienstleister als Brücke zwischen Bedarf und Besetzung
In dieser Situation gewinnen spezialisierte Personaldienstleister wie planova human capital zunehmend an Bedeutung. Sie helfen Unternehmen dabei, gezielt und effizient die richtigen Talente zu finden – auch über klassische Bewerbungskanäle hinaus. Ohne diese Vermittler hätten viele Firmen Mühe, ihre Aufträge zuverlässig zu erfüllen oder Wachstumsziele zu erreichen.
Herausforderungen im Gastgewerbe bleiben bestehen
Ein besonderer Fokus liegt weiterhin auf dem Gastgewerbe. Zwar ist die Nachfrage nach Personal zurückgekehrt, doch viele ehemalige Arbeitskräfte haben die Branche dauerhaft verlassen. Die Folge: Restaurants, Hotels und Cateringbetriebe suchen händeringend nach Verstärkung – oft ohne Erfolg.
Ausblick: Fachkräftemangel als Dauerbrenner
Die Arbeitslosenquote ist in der Schweiz mit 3,0 Prozent zwar moderat, dennoch spiegelt sie nicht die Realität vieler Betriebe wider. Der Wettbewerb um Fachkräfte ist intensiv – und wird es auch bleiben. Wer qualifizierte Mitarbeitende gewinnen will, muss sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren und neue Wege in der Personalgewinnung gehen.
„Der Fachkräftemangel ist keine kurzfristige Erscheinung“, fasst Roberto Laezza zusammen. „Er ist eine strukturelle Herausforderung – und erfordert langfristige Lösungen.“
Vergleichstabelle
Vergleich Arbeitsmarkt Schweiz 2024 vs. 2025
| Kennzahl | 2024 | 2025 (Januar) | Veränderung |
| Arbeitslosenquoten | |||
| Durchschnittliche Quote | 2,4% | 3,0% | +0,6%-Punkte |
| Jugendarbeitslosigkeit (15-24 Jahre) | 2,3% | 2,8% | +19,4% |
| Ältere Arbeitnehmer (50-64 Jahre) | 2,2% | 2,6% | +17% |
| Regionale Entwicklung Stellenangebote | |||
| Region Zürich | -15% | N/A | N/A |
| Espace Mittelland | -14% | N/A | N/A |
| Zentral- und Nordwestschweiz | -9% | N/A | N/A |
| Ostschweiz | -3% | N/A | N/A |
| Südwestschweiz | -2% | N/A | N/A |
| Branchenentwicklung | |||
| MINT-Bereich | -19% | +2% (Q1) | N/A |
| Gesamtstellenangebote | -10% | -9% (Q1) | N/A |
| Offene Stellen (absolut) | 40.200 | 40.900 | +1,6% |

Schlussfolgerung
Fazit: Der Schweizer Arbeitsmarkt zwischen Abschwung und Normalisierung
Die Analyse des Schweizer Arbeitsmarktes von 2024 bis Anfang 2025 zeigt eindeutig einen Wendepunkt. Nach Jahren mit historisch niedrigen Arbeitslosenzahlen erleben wir aktuell einen deutlichen Anstieg auf 3,0% im Januar 2025 – ein Wert, der 20% über dem Vorjahresniveau liegt. Gleichzeitig ging das Stellenangebot 2024 erstmals seit der Pandemie um 10% zurück. Besonders besorgniserregend erscheint die Entwicklung im MINT-Bereich mit einem Minus von 19%.
Allerdings deuten die ersten Daten aus 2025 auf eine leichte Erholung hin. Tatsächlich verzeichnete der Adecco Group Swiss Job Market Index im ersten Quartal 2025 ein Plus von 2% gegenüber dem Vorquartal. Diese Entwicklung sollte jedoch nicht überbewertet werden, da im Jahresvergleich immer noch ein Minus von 9% besteht.
Die regionalen Unterschiede fallen dabei beachtlich aus. Während Zürich (-15%) und der Espace Mittelland (-14%) stark betroffen sind, zeigen die Ostschweiz (-3%) und die Südwestschweiz (-2%) deutlich mehr Widerstandsfähigkeit. Diese Diskrepanz könnte teilweise auf den Trend zum flexiblen Arbeiten zurückzuführen sein, der ländlichen Regionen neue Chancen eröffnet.
Trotz des allgemeinen Rückgangs bleibt der Fachkräftemangel in bestimmten Branchen akut. Das Gesundheitswesen, Baugewerbe und die IT-Branche suchen weiterhin händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Diese paradoxe Situation – steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitigem Fachkräftemangel – unterstreicht die strukturellen Herausforderungen des Schweizer Arbeitsmarktes.
Personalvermittler wie Planova Human Capital gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Angesichts der Tatsache, dass 78% der Betriebe erhebliche Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen berichten, bieten sie eine unverzichtbare Brückenfunktion zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Die aktuelle Entwicklung sollte jedoch nicht überinterpretiert werden. Nach den aussergewöhnlich niedrigen Arbeitslosenzahlen der Vorjahre erleben wir vielmehr eine Normalisierung des Arbeitsmarktes. Historisch betrachtet liegt die Sockelarbeitslosigkeit in der Schweiz bei etwa 3% – genau dem Wert, den wir im Januar 2025 erreicht haben.
Für Arbeitnehmer bedeutet dies: Der Arbeitsmarkt bleibt grundsätzlich stark, bietet jedoch nicht mehr die aussergewöhnlichen Bedingungen der Post-Pandemie-Jahre. Für Arbeitgeber hingegen könnte sich die Personalsituation in einigen Bereichen leicht entspannen, während der Kampf um Spezialisten in Mangelbranchen unvermindert weitergehen wird.
Abschliessend lässt sich festhalten: Der Schweizer Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel, aber keineswegs in einer Krise. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich der leichte Aufwärtstrend bei den Stellenangeboten verstetigt oder ob wir uns auf eine längere Phase erhöhter Arbeitslosigkeit einstellen müssen.
FAQs
Q1. Wie hat sich die Arbeitslosenquote in der Schweiz von 2024 zu 2025 entwickelt? Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg von 2,4% im Jahr 2024 auf 3,0% im Januar 2025. Dies entspricht einem Anstieg von 20% im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Q2. Welche Branchen sind besonders vom Fachkräftemangel betroffen? Trotz leicht steigender Arbeitslosenzahlen herrscht in den Bereichen Technik, Bau und Gesundheit weiterhin ein ausgeprägter Fachkräftemangel. Besonders gefragt sind IT-Fachkräfte, Bauführer und Gesundheitsspezialisten.
Q3. Wie haben sich die Stellenangebote regional entwickelt? Es gab deutliche regionale Unterschiede: Zürich verzeichnete einen Rückgang von 15% bei den Stellenangeboten, gefolgt vom Espace Mittelland mit -14%. Die Ostschweiz und Südwestschweiz waren mit -3% bzw. -2% weniger stark betroffen.
Q4. Welche Rolle spielen Personalvermittler im aktuellen Arbeitsmarkt? Personalvermittler wie Planova Human Capital gewinnen an Bedeutung, da sie eine wichtige Brückenfunktion zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern erfüllen. Sie helfen Unternehmen, flexibel auf personelle Herausforderungen zu reagieren und offene Stellen zu besetzen.
Q5. Gibt es Anzeichen für eine Erholung des Stellenmarktes? Ja, es gibt erste Anzeichen einer leichten Erholung. Der Adecco Group Swiss Job Market Index verzeichnete im ersten Quartal 2025 ein Plus von 2% gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich besteht jedoch noch ein Minus von 9%.
